Linus Torvalds nimmt Datenreplikationslösung DRBD auf - Ritterschlag für Linbit
Linus Torvalds, verantwortlich für die Entwicklung des Linux-Kernels, hat am 25. Februar 2010 die freie Daten-Replikationslösung DRBD als offizielle Komponente in Linux aufgenommen und veröffentlicht.
Nach zehn Jahren Entwicklungsarbeit – die ersten Zeilen des Quelltextes schrieb DRBD-Erfinder Philipp Reisner am 8. Dezember 1999 – erreicht die Geschichte von DRBD damit ihren vorläufigen Höhepunkt: Durch die Anerkennung von Linux-Erfinder Linus Torvalds wird es endgültig zur festen Größe auf dem Storage-Markt – und bleibt verlässlicher Faktor für Entscheider im Enterprise-Umfeld.
Die Geschichte von DRBD ist beeindruckend: Philipp Reisner veröffentlichte das Distributed Replicated Block Device ursprünglich als Teil seiner Diplomarbeit an der TU Wien. Angetreten mit dem Ziel, eine Lösung für das redundante Sichern von Emails zu schaffen, merkte er schnell, dass seine Software auch für andere Einsatzszenarien bestens geeignet ist. Im November 2001 gründete er zusammen mit vier Kollegen das Unternehmen LINBIT mit Sitz in Wien, die sich in Folge um die Entwicklung von DRBD kümmerte – damals noch in der Version 0.6.
Im Mai 2005 stieß Lars Ellenberg zu LINBIT und übernahm die Leitung der Entwicklungsabteilung an der Seite von Philipp Reisner. Er zeichnet damit maßgeblich verantwortlich für die im Januar 2007 veröffentlichte Version 8 von DRBD, welche sich insbesondere im Hinblick auf Performance durch große Fortschritte im Vergleich zur Vorgängerversion auszeichnet und erstmals die Möglichkeit bot, auf beide Clusterknoten gleichzeitig schreibend zuzugreifen. Seit Juli 2008 kümmert sich die eigens gegründete LINBIT HA-Solutions GmbH um die Weiterentwicklung von DRBD. In letzter Zeit sorgte vor allem die Integration des vormals kommerziellen DRBD-Addons DRBD+ in den DRBD-Hauptzweig für Furore – DRBD 8.3 erlaubt erstmals die so genannte Drei-Knoten-Replikation für jedermann.
Philipp Reisner freut sich insbesondere über die Anerkennung, die die Technologie hinter DRBD durch die Integration in Linux erfährt: „Das ist ein großer Vertrauensbeweis für DRBD und eine großartige Anerkennung unserer Arbeitsleistung – ein echter Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens“. LINBIT-Geschäftsführer Gerhard Sternath sieht auch und besonders wirtschaftliche Auswirkungen der Entscheidung von Linus Torvalds: „Jedem IT-Entscheider muss spätestens jetzt klar sein, dass DRBD die Technologie der Zukunft ist. Wir werden auf der Grundlage dieses Ereignisses künftig noch offensiver für den Einsatz von DRBD werben – wer eine günstige und trotzdem überaus stabile und zuverlässige Lösung für redundante Datenspeicherung in Linux braucht, kommt um DRBD nicht herum.“
Der Linux-Kernel 2.6.33, dessen offizieller Bestandteil DRBD erstmals ist, wurde nun offiziell freigegeben.
Der Standard am 25. Februar 2010